Bin ich denn der Hüter meines Bruders? Verantwortung füreinander

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Fragen

Dass Menschen verantwortungsvoll handeln sollen, wird kaum jemand bestreiten. Was aber bedeutet das konkret? Reicht es aus, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, aus eigener Kraft seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und möglichst niemandem zur Last zu fallen? Trägt man eventuell zusätzlich auch noch Verantwortung gegenüber den Menschen, mit denen man unmittelbar zu tun hat, also neben der eigenen Familie z. B. nahen Verwandten, Freunden1 und Nachbarn, aber auch gegenüber den Arbeitskollegen, den Vorgesetzten, eventuell gegenüber Kunden und den Vertretern anderer Unternehmen? Wie muss das Verhalten eines Vorgesetzten / Arbeitgebers einem Mitarbeiter / Beschäftigten gegenüber beschaffen sein, um als verantwortungsvoll gelten zu können? Wie sieht verantwortliches Handeln im wirtschaftlichen Wettbewerb aus?

Welche Verantwortung hat man als Bürger einer Stadt und eines Staates? Genügt es, Steuern zu zahlen und alle Jahre wieder jene demokratische Partei zu wählen, die die eigenen Interessen (jene des Wählers) am glaubwürdigsten vertritt? Bin ich für meine Mitbürger mitverantwortlich? Wenn ja, inwiefern? Gehört es zu meiner Verantwortung, ohne gedankliche und emotionale Tabus zu hinterfragen, was denn eigentlich meine wahren Interessen sind und ob diese wahren Interessen identisch sind mit jenen Interessen, die von der Werbung und den diese finanzierenden Unternehmen, aber auch von vielen Politikern und Journalisten als solche suggeriert werden – materieller Konsum, gesellschaftliche Anerkennung mittels Statussymbolen, vorgefertigte Unterhaltung vom Fließband?

Welche Verantwortung trage ich als Konsument? Bin ich mitverantwortlich, wenn ich Waren kaufe, die unter unethischen Bedingungen (Umweltverschmutzung oder -zerstörung, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, eventuell Tierquälerei) produziert wurden oder die zwar in Deutschland unter vertretbaren Arbeitsbedingungen und Umweltstandards endgefertigt wurden, deren Einzelteile oder Rohstoffe jedoch aus Staaten stammen, in denen unethische Produktionsbedingungen üblich sind? Bin ich nur dann mitverantwortlich, wenn ich um die Produktionsbedingungen weiß, oder bin ich schon dann mitverantwortlich, wenn ich mich nicht bemüht habe, etwas über die Produktionsbedingungen zu erfahren? Ist es verantwortbar, wenn ich mehr konsumiere, als notwendig ist? Mehre ich dadurch den allgemeinen Wohlstand (bei importierten Waren z. B. auch jenen der Arbeiter im Herkunftsland) oder verbrauche und verteuere ich damit vor allem knappe und nicht nachwachsende Ressourcen zu Lasten materiell weniger gut gestellter Mitmenschen und künftiger Generationen?

Wie weit reicht generell meine Verantwortung für Menschen in anderen Staaten über meine Rolle als Konsument dort ganz oder teilweise produzierter Güter oder geförderter Rohstoffe hinaus? Bin ich durch Ethik und/oder Vernunft verpflichtet, Menschen in anderen Staaten zu helfen, obwohl ich persönlich zu deren Unglück nichts beigetragen zu haben glaube? Wie sollte eine verantwortungsvolle Hilfe aussehen? Konkret: Ist es vernünftig und/oder sogar ethisch geboten, dass Deutschland (und damit die Deutschen als Steuerzahler, Nutzer öffentlicher Infrastruktur oder Bezieher von Transferleistungen, die beim Anwachsen der Hilfeleistungen für andere Staaten möglicherweise stagnieren oder sogar gekürzt werden) hochverschuldete EU-Staaten direkt oder indirekt finanziell unterstützt?

Was ist von der Akuthilfe für von Erdbeben, Überschwemmungen oder Hungersnöten betroffene Länder zu halten? Handele ich wirklich verantwortungsvoll, wenn ich nach dem Eintreten vorhersehbarer Katastrophen den dann besonders intensiv um Spenden bettelnden großen Hilfsorganisationen Geld überweise – wohl wissend, dass die Katastrophe hätte vermieden werden können, wenn rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen worden wären – Errichtung erdbebensicherer Gebäude, Wiederherstellung der natürlichen Flussauen, Nichtbesiedlung/Evakuierung stark gefährdeter Gebiete, dem Klima angepasste Bewirtschaftung von Steppen und Wüsten, Etablierung rechtschaffener, tüchtiger und weitsichtiger Regierungen, Regulierung der Einwohnerzahl durch Geburtenkontrolle? Wäre es sinnvoller, das Geld z. B. an politische Parteien zu spenden, die eine nachhaltige, an die örtlichen Verhältnisse angepasste Entwicklungspolitik und eine diese Bemühungen nicht konterkarierende Wirtschaftspolitik befürworten und auch tatsächlich zu fördern versuchen? Bin überhaupt ich persönlich ethisch dafür verantwortlich, dass fernen und fremden Hilfsbedürftigen geholfen wird, oder ist das nicht vielmehr eine Aufgabe des Staates bzw. aller jener Staaten der Welt, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben haben?
 

Antworten – Grundsätzliches

Dass für alle gesorgt ist, wenn jeder für sich selbst sorgt, ist das bekannte Credo extremer Wirtschaftsliberaler. Es wird durch ständige Wiederholung aber nicht wahrer. Tatsächlich nämlich kann kein Mensch während seines ganzen Lebens für sich selbst sorgen, sondern er ist als Kind, als Jugendlicher, nicht selten auch noch als junger Erwachsener und häufig ebenso im hohen Alter, außerdem bei schwerer Krankheit sowie bei etlichen anderen Krisen und Schicksalsschlägen auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Auch kann kein Mensch in einer hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft ohne die Hilfe anderer Menschen und ohne die Leistungen des Staates, also der Gemeinschaft der Bürger, z. B. bezüglich Bildung, Infrastruktur und Rechtsstaatlichkeit erfolgreich wirtschaften. Selbst Bill Gates wäre niemals ein erfolgreicher Unternehmer geworden, wenn er statt in den USA z. B. im Kongo oder im Jemen beheimatet wäre.

Es ist nun nur natürlich und gerecht2, dass ein Mensch, der von anderen Menschen Wohlwollen und Wohltaten erfährt und für den andere Menschen Verantwortung übernommen haben, solange er noch nicht für sich selbst verantwortlich sein konnte, seinerseits wohlwollend und wohltätig handelt und Verantwortung für andere Menschen übernimmt, soweit diese nicht für sich selbst sorgen können. In erster Linie wird er für seine Familie sorgen, speziell für seine unmündigen Kinder, und sich um seine Eltern kümmern, sofern diese im Alter Hilfe benötigen und nicht z. B. durch mangelnde Fürsorge oder durch Gewalttätigkeit ihm gegenüber während seiner Kindheit und Jugend sein Verantwortungsgefühl ihnen gegenüber selbst zerstört haben. In einem solchen Falle sollte übrigens auch der Gesetzgeber die Tochter oder den Sohn nicht dazu zwingen, die Eltern zu unterstützen.

Bei allen anderen Verwandten, z. B. unter Geschwistern, wird man gegenseitige Hilfeleistung nicht generell erwarten dürfen, denn das Verhältnis von Geschwistern zueinander kann zwar innig sein, ist es erfahrungsgemäß aber nicht immer. Der Gesetzgeber sollte deshalb Geschwister auch nicht dazu verpflichten, finanziell füreinander einzustehen: Wenn z. B. jemand die Beerdigung seiner mittellosen Schwester oder seines mittellosen Bruders bezahlen muss, obwohl er seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zu ihr/ihm hatte, ist das ungerecht. Andererseits sollten Geschwister (und andere Verwandte) auch nicht automatisch erben, wenn kein Testament vorliegt und weder Ehefrau/-mann noch Nachkommen existieren.3
 

Verantwortung als Arbeitnehmer

Die Verantwortung gegenüber jenen Personen, mit denen ich am Arbeitsplatz zu tun habe (Kollegen, Vorgesetzte, eventuell Mitarbeiter, Kunden, Vertreter anderer Unternehmen), ist natürlich geringer als gegenüber Personen, für die ich freiwillig Verantwortung übernommen habe (Kinder, Partner) oder denen ich verbunden bin, weil sie freiwillig für mich da sind oder für mich gesorgt haben (Partner, Eltern, Freunde). Dennoch trage ich natürlich auch im Beruf Verantwortung. Sie ergibt sich zum einen aus dem Arbeitsvertrag und den Anforderungen, die man üblicherweise an einen Arbeitnehmer stellt, zum anderen aus den allgemeinen zwischenmenschlichen Verhaltensregeln. Ich werde also höflich, freundlich, aufmerksam und hilfsbereit sein – jedenfalls solange ich mich nicht ausgenutzt fühle. Bei langjähriger Vertrautheit mit den Kollegen und einem guten Betriebsklima können sich das Gefühl der Verantwortung füreinander und die Bereitschaft, einander zu helfen, deutlich verstärken. Bei schlechten Erfahrungen mit Vorgesetzten und Kollegen ist allerdings auch das Gegenteil möglich.

Ein verantwortungsvoller Arbeitnehmer wird darüber hinaus die ihm übertragenen Aufgaben hinreichend gut bzw. anforderungsgerecht erfüllen. Ich schreibe mit Absicht nicht "bestmöglich", denn das Streben nach diesem Ideal ist der sicherste Weg, sich selbst zu überfordern und damit sowohl sich selbst als auch dem Unternehmen zu schaden. In der Regel ist eine anforderungsgerechte Erfüllung der Aufgaben auch genau das, was gewünscht wird. Allerdings kann eine Beschränkung auf eine "nur" anforderungsgerechte Erfüllung von Aufgaben sehr wohl Frust auslösen, z. B. im Pflegebereich, wo die übliche "Satt-und-sauber-Pflege" den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen nicht gerecht wird. Aber solange keine offensichtliche Vernachlässigung vorliegt, sollte man als Pfleger innere Distanz wahren: Man kann nicht mit individuellen Anstrengungen das gesellschaftliche Problem lösen, dass in Deutschland das Geld lieber für schnelle Wagen, schicke Kleidung, technischen Schnickschnack, teure Reisen, große Wohnungen im Grünen, überteuerte und zum Teil überflüssige Medikamente, überflüssige Operationen und mancherlei zweifelhafte medizinische Maßnahmen insbesondere im Bereich der Akutmedizin und der Krebstherapie ausgegeben wird als für die angemessene Pflege Pflegebedürftiger.
 

Verantwortung als Vorgesetzter / Arbeitgeber

Der Vorgesetzte / Arbeitgeber trägt einerseits für die Realisierung der Unternehmensziele – als Vorgesetzter zumindest in seinem Bereich – Verantwortung, zum anderen aber auch für die physische und psychische Gesundheit seiner Mitarbeiter, soweit diese durch die Arbeitsbedingungen, das Betriebsklima und die Arbeitsanforderungen tangiert werden. Er soll erkennen können, was der Mitarbeiter gut, weniger gut oder gar nicht kann, und ihn entsprechend – aber zugleich eben auch entsprechend den Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen bzw. in der Abteilung – einsetzen. Er soll für ein gutes Betriebsklima sorgen, Konflikte entschärfen sowie die Mitarbeiter motivieren, fördern und fordern, sie aber andererseits auch nicht überfordern. Darüber hinaus muss er sich in der Regel mit seinen eigenen Vorgesetzten absprechen bzw. seine Entscheidungen, Vorhaben und Ergebnisse ihnen gegenüber verantworten.

Das sind Anforderungen, die oft nicht leicht allesamt vollständig zu erfüllen sind, und da die Unternehmensleitung bzw. gegebenenfalls die Aktionäre meistens in erster Linie auf das operative Ergebnis achten, kann die Fürsorge für die Mitarbeiter durchaus zu kurz kommen. Auch sind viele Vorgesetzte zwar fachlich und/oder betriebswirtschaftlich versiert, haben aber nahezu keine Ahnung von Psychologie und Menschenführung. Zusammen mit der in vielen Unternehmen immer weiter zunehmenden Arbeitsverdichtung führt das dazu, dass immer mehr Beschäftigte überfordert werden und in der Folge psychisch oder physisch erkranken.4
 

Exkurs: Turbokapitalismus

Es ist inzwischen offensichtlich, dass in unserem Wirtschaftssystem etwas grundlegend falsch läuft: Die Wirtschaft ist nicht mehr für den Menschen da, sondern der Mensch für die Wirtschaft. Auch legen in der Praxis nicht mehr die "Volksvertreter" die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft fest, sondern Unternehmer, Manager und Finanzmarktakteure geben den Politikern vor, was sie zu tun haben. Ferner wird das unternehmerische Risiko oft nicht mehr nur vom Unternehmer oder den Aktionären getragen, sondern ganz oder teilweise auf den Steuerzahler (Bankenrettung mit Staatsgeldern, finanzielle Unterstützung von Großunternehmen) und die Beschäftigten (flexible Arbeitszeiten, flexible Löhne, befristete Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit, innerbetriebliche Konkurrenz, immer anspruchsvollere Zielvorgaben, kontinuierliche Arbeitsverdichtung) abgewälzt. Von vielen Beschäftigten wird ständige Verfügbarkeit und die Bereitschaft zu (oft unbezahlter) Mehrarbeit erwartet oder sogar verlangt. Begründet werden die höheren Anforderungen und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und -verträge seit ca. 1980 in der Regel mit der internationalen Konkurrenz insbesondere durch Niedriglohnländer. Tatsächlich ist das aber häufig allenfalls ein Teil der Wahrheit: Vielfach wurde und wird schlichtweg die hohe Arbeitslosigkeit zumindest in Teilbereichen der Wirtschaft von den Arbeitgebern und diesen verbundenen Parteien dazu genutzt, die Löhne zu drücken und die Rechte der Beschäftigten einzuschränken, die Anforderungen dagegen zu erhöhen.

Die Regierungen – ob rot-grün, schwarz-rot oder schwarz-gelb – haben sich dem vermeintlichen Zeitgeist angepasst und als vermeintlich alternativlose Maßnahmen Steuersenkungen vor allem für Unternehmen und Wohlhabende / Reiche, die Deregulierung der Finanzmärkte, Gesetzesänderungen zu Lasten von Arbeitslosen und Arbeitnehmern sowie Kürzungen von Sozialleistungen beschlossen. Auch die Gewerkschaften haben mitgemacht und durch Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen zugelassen, dass Arbeitnehmer in immer höherem Maße das unternehmerische Risiko bzw. die Folgen von Fehlentscheidungen des Managements über Lohnverzicht oder Mehrarbeit mittragen müssen, dass der Arbeitsdruck ständig zunimmt, die Reallöhne seit 1990 nahezu stagnieren – bei den unteren Lohngruppen sogar gesunken sind und weiter sinken – und gleiche Arbeit je nach Unternehmen höchst ungleich bezahlt wird. Sie haben nicht oder nahezu unhörbar protestiert, als verlangt wurde, dass jeder Mensch zum Unternehmer seiner selbst und damit zum Jobhopper und cleveren Selbstdarsteller werden müsse, obwohl eine solche Rolle die meisten Menschen psychisch überfordert und nicht ihren Wünschen nach Sicherheit und Konzentration auf die Sacharbeit entspricht.

Die individuellen und gesellschaftlichen Folgen sind fatal: Die Armen sind ärmer und die Reichen sind reicher geworden. Das Vertrauen in das kapitalistische Wirtschaftssystem und in die politischen und wirtschaftlichen "Eliten" ist drastisch gesunken – nicht zuletzt auch als Folge der gigantischen Fehlspekulationen auf den deregulierten Finanzmärkten, der davon ausgelösten Finanzkrise und der dadurch notwendig gewordenen Stützungsaktionen der Staaten, die wiederum zu einer weiteren Erhöhung der Staatsverschuldung führten. Eine halbwegs verlässliche Planung auch nur der nächsten Jahre ist für viele junge Paare unmöglich geworden und diese Unsicherheit hat – wie nach 1990 in Ostdeutschland – gravierende Auswirkungen auf die Geburtenrate und die Lebenszufriedenheit. Die völlige Vereinnahmung vieler Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber fördert den Zerfall von Partnerschaften, Ehen und Familien und führt – zusammen mit den absurd überfrachteten schulischen Lehrplänen mit der Folge des Bulimie-Lernens – dazu, dass derzeit in Deutschland in etlichen Familien oder Teilfamilien Psychokrüppel heranwachsen.

Der Bürger als Individuum steht dieser Entwicklung machtlos gegenüber: Der Kapitalismus umfängt den Einzelnen als totalitäres und nahezu alternativloses System. Ein individueller Ausstieg ist faktisch nur um den Preis der Verarmung und sozialen Isolation möglich. Auch wirtschaftspolitisch ist keine Alternative in Sicht, denn der Kapitalismus mehrt kurz- und vielleicht auch mittelfristig immer noch den Wohlstand der Nationen – freilich um den Preis der Ungleichheit, der materiellen und mentalen Unsicherheit, der permanenten Konkurrenz, der Belohnung nicht vorrangig von Fleiß und Wissen, sondern von Überzeugungskraft und des "richtigen Riechers" für weckbare Wünsche, der psychischen Deformation der Menschen sowie (jedenfalls bislang) um den Preis der Plünderung des Planeten und letztlich der Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit.

Gegenmaßnahmen sind möglich, aber sie müssten, der Globalisierung der Wirtschaft, des Konsums und zunehmend auch der Kultur entsprechend, ebenfalls global sein und neben einer strikten Regulierung der Finanzmärkte (inklusive eines Verbots des automatisierten Handels, eines Verbots aller hochspekulativen Finanzprodukte, eines Verbots aller undurchschaubaren bzw. allenfalls von Mathematikern durchschaubaren Finanzprodukte, der Genehmigungspflicht für neue oder veränderte Finanzprodukte ähnlich wie bei Arzneimitteln, der Einführung einer Finanztransaktionssteuer, der Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, der Festlegung einer angemessenen Eigenkapitalquote der Banken in Höhe von mindestens 15 % sowie der Aufspaltung von Banken, die zu groß sind, um sie pleitegehen zu lassen, in kleinere Institute), einer adäquaten Besteuerung auch der Reichen und insbesondere der Erben derselben sowie strenger Ge- und Verbote zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung letztendlich weltweit gültige gleiche Standards im Arbeits- und Sozialrecht sowie bezüglich der tatsächlichen Arbeitsbedingungen enthalten. Kurzum: Die bisherige Tendenz, dass vor allem die Arbeitnehmer in Form von verschlechterten Arbeitsbedingungen, niedrigeren Reallöhnen und unsichereren Arbeitsplätzen die Zeche für Globalisierung und freien Kapitalverkehr zahlen müssen, muss zugunsten sichererer und humanerer Arbeitsplätze umgekehrt werden.

Im Sinne eines möglichst globalen wirtschaftspolitischen Handelns ist auch die Frage nach dem Umgang mit den Staatsschulden Griechenlands und anderer EU-Staaten zu beantworten: Ein gemeinsames wirtschaftliches und politisches Handeln der EU-Staaten (und möglichst vieler weiterer Länder) ist erforderlich, um die Herrschaft der Finanzmarktakteure und der transnationalen Unternehmen zu beenden. Deshalb ist notfalls die direkte oder indirekte Übernahme von Staatsschulden geboten. Darüber hinaus sollten freilich Maßnahmen ergriffen werden, die verhindern, dass eine solch extreme Staatsverschuldung sich wiederholen kann. Am besten wäre natürlich die Vermeidung jeglicher Staatsschulden, vielleicht mit Ausnahme von Schulden, die für sinnvolle, sich sozial, politisch und ökonomisch rentierende Investitionen wie jene in Erziehung, Bildung und Ausbildung gemacht werden. Grundsätzlich jedoch sollte ein Staat seine Ausgaben dadurch finanzieren, dass er seine Bürger entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit besteuert, und nicht durch die Aufnahme von Krediten, für die er Zinsen zahlen muss, die wiederum ganz überwiegend die wohlhabenden Bürger des eigenen Landes oder fremder Staaten kassieren.5

Ein weltweites ständiges Wachstum des materiellen Wohlstands wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben: Die Ressourcen der Erde sind nun einmal endlich und wahrscheinlich wird kein Forscher jemals einen Weg finden, diese Begrenzung aufzuheben oder zu umgehen. Zwar lässt sich sicherlich noch viel an Energie und Rohstoffen einsparen, ohne die Lebensqualität zu schmälern, aber irgendwann wird auch da eine Grenze erreicht sein – und Milliarden von Menschen in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt, die bislang relativ wenig Energie und Rohstoffe verbraucht haben, sind dabei, mit den Bewohnern der Ersten Welt um die knappen Ressourcen zu konkurrieren.
 

Verantwortung als Bürger

Mit der Einsicht in die Begrenztheit der Ressourcen und in das gleiche Recht aller Menschen, die gleichen guten Startbedingungen zu erhalten und bei entsprechendem Bemühen in Wohlstand und Sicherheit leben zu können, kommt die Verantwortung  ins Spiel, die jedermann als Bürger eines Staates und der Welt trägt: Seit mindestens 40 Jahren, nämlich spätestens seit der Studie Die Grenzen des Wachstums des Club of Rome, kann jedermann wissen, dass wir nicht so weiterwirtschaften dürfen wie zuvor, wenn wir nicht die Zukunft der Menschheit verspielen wollen. Konsequenzen wurden aus diesem Wissen in den folgenden Jahrzehnten aber nur in höchst ungenügendem Maße gezogen, und das gilt sowohl für die Herrscher und Bewohner nichtdemokratischer Staaten als auch für die Regierungen, Parlamente und Bürger der bis vor Kurzem wirtschaftlich klar dominierenden Demokratien in Europa, Nordamerika und Japan. Vielmehr ist Wirtschaftswachstum bis heute das Ziel, auf das die meisten Politiker fixiert sind – und zwar sogar in Ländern, in denen es selbst den Armen, soweit sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, rein materiell nicht wirklich dreckig – aber natürlich auch keineswegs gut6 – geht und noch mehr Konsum die Lebenszufriedenheit der großen Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr dauerhaft steigern kann.

Was folgt daraus für den einzelnen Bürger im Hinblick auf seine politische Verantwortung, also im Hinblick auf seine Verantwortung für die Polis, das Gemeinwesen, und letztlich – als Weltbürger – für die Welt, für die als Folge der globalen Auswirkungen der industriellen Produktion, der Nahrungsmittelproduktion und allgemein des wirtschaftlichen Handelns inzwischen jeder Mensch – im Rahmen seines Wissens und seiner Möglichkeiten – Verantwortung trägt?

Die meisten Bürger werden schon aus Mangel an Zeit, vielleicht auch an Zivilcourage oder mangels hinreichender Extrovertiertheit nicht selbst politisch aktiv werden – und ein solches Engagement kann man wohl auch nicht generell erwarten. Erwarten kann man dagegen wohl, dass jeder Bürger jene Partei unterstützt oder zumindest wählt, die sich seines Erachtens am meisten und erfolgreich für ein nationales, europäisches und globales wirtschaftliches und politisches Handeln zugunsten des Überlebens der Menschheit in hinreichendem Wohlstand, in Freiheit und begründeter Zufriedenheit einsetzt. Welche Partei aber sollte das in Deutschland sein? Selbst viele Spitzenpolitiker der Grünen wagen es nicht, den Bürgern zu erklären, dass alle bereits vorhandenen, aber noch nicht großflächig angewandten Techniken zur Einsparung von Energie, zur Gewinnung von Energie aus nahezu unerschöpflichen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser sowie zur Einsparung und zum Recycling von Rohstoffen und wahrscheinlich auch alle in absehbarer Zeit noch zu erwartenden Fortschritte auf diesen Gebieten nicht ausreichen werden, um den Ökologischen Fußabdruck der Bevölkerung Deutschlands auf ein umweltverträgliches Maß zu reduzieren, sondern dass zusätzlich Konsumverzicht – oder ein massiver Bevölkerungsrückgang – erforderlich sind. Dass die Bürger etlicher anderer Staaten noch viel verschwenderischer leben, ist kein Gegenargument.
 

Verantwortung als Verbraucher

Aus obigen Überlegungen geht klar hervor, dass ich als Verbraucher zuvörderst auf die Ökobilanz und die Sozialbilanz der von mir gekauften Waren bzw. der diese produzierenden Unternehmen achten und den Konsum insgesamt reduzieren sollte. Letzteres ist bei vielen Menschen – auch bei Durchschnittsverdienern – in der Regel im Prinzip problemlos möglich, denn fast alle Bewohner der westlichen Industrienationen kaufen erwiesenermaßen wesentlich mehr, als sie wirklich brauchen. Allerdings scheitert der Konsumverzicht bei Artikeln wie Kleidung oder Kommunikations- und Unterhaltungselektronik häufig an der Lust am Shoppen zur Selbstbelohnung bzw. als Kompensation für ein unbefriedigendes Berufs- oder Privatleben7. Bisweilen sind die erworbenen Waren auch gar nicht vorrangig zum Gebrauch bestimmt, sondern zur Statuserhöhung oder -sicherung.

Was das unbefriedigende Berufsleben anbelangt, so kann man, wenn eine berufliche Veränderung nicht (mehr) möglich ist, nur zu Gelassenheit und zum Wenigerwichtignehmen dieses Lebensbereiches raten sowie – falls möglich und finanziell verkraftbar – zur Reduzierung der Stundenzahl. Vor allem sollte man sich klarmachen, dass Berufstätigkeit für die meisten Menschen in erster Linie schlichtweg zum Zweck hat, den Lebensunterhalt zu verdienen, und längst nicht bei jedem Beruf und Arbeitsplatz zu einem erfüllten Dasein oder zu Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung führt.8 Sowohl hinsichtlich des Strebens nach gesellschaftlicher Anerkennung als auch  hinsichtlich käuflicher Statussymbole sollte man sich zudem fragen, wie erstrebenswert dergleichen in einer weitgehend individualisierten Gesellschaft ohne feste Gruppenstrukturen noch ist und ob der Erfolg die Mühe lohnt.

Während die Reduzierung des Verbrauchs durch den Kauf zweckmäßiger und langlebiger Waren sowie von weniger Waren grundsätzlich – nämlich abgesehen von den mentalen Bedürfnissen – relativ einfach ist, kann der Verbraucher die Öko- und die Sozialbilanz bei vielen Produkten kaum in Erfahrung bringen, geschweige denn den Verpackungsangaben entnehmen. Zwar wird er bei fair gehandelten ökologischen Produkten mit entsprechendem Label9 bedenkenlos zugreifen dürfen, aber die weit überwiegende Mehrzahl der Waren ist nicht entsprechend gekennzeichnet. Und während bei manchen Produkten – trotz intensiver Werbung mit dem Ziel der Verschleierung der wahren Herstellungsbedingungen – inzwischen allgemein bekannt ist, dass ihr Kauf zumindest Gewissensbisse bereiten müsste, z. B. bei aus Übersee importierten Schnittblumen oder bei Erzeugnissen aus der Massentierhaltung10, ist es z. B. bei Kleidung oder Elektroartikeln kaum möglich, sich über die Produktionsbedingungen zu informieren.

Folglich müsste der Staat die Produkte oder zumindest die Unternehmen von einer unabhängigen Institution auf ihre Öko- und Sozialbilanz hin untersuchen und bewerten lassen und vorschreiben, dass entsprechende Informationen, z. B. eine entsprechende Note in Anlehnung an Schulnoten, gut sichtbar auf der Verpackung prangen muss. Manche Unternehmen würden ihre Produktionsmethoden dann wahrscheinlich sehr schnell ändern, weil die Verbraucher – hoffentlich – ihr Kaufverhalten ändern würden.11 Durchführbar ist eine solche Bewertung durchaus: Schließlich werden auch für Öko- und Ethikfonds Unternehmen nach derartigen Kriterien beurteilt. Allerdings sollte für anstehende Kaufentscheidungen, die sich nicht auf die Aktien, sondern auf einzelne Produkte eines Unternehmens beziehen, möglichst auch produktbezogen untersucht und bewertet werden.
 

Verantwortung für Bewohner anderer Staaten

Dass die Bürger über Steuern, Sozialabgaben, Wahlentscheidungen und eventuell noch darüber hinausgehendes politisches oder soziales, zumeist ehrenamtliches Engagement Verantwortung für ihre Mitbürger übernehmen, gehört zu den fundamentalen Voraussetzungen für das Funktionieren zumindest eines demokratischen Staates.12 Kaum weniger selbstverständlich ist, dass die Bürger als Konsumenten sich für die Qualität und den Nutzen von Waren interessieren – und die etwas neugierigeren und an sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen interessierten Bürger auch für deren Herkunft und Herstellung. Damit aber gehen sie gleichsam der Gnade des Nichtwissens verlustig und werden als Konsumenten oder potenzielle Konsumenten mitverantwortlich. Diese Verantwortlichkeiten als Bürger und als Konsument betreffen uns direkt und sind, sobald man sie einmal erkannt hat, unabweisbar.

Wie aber verhält es sich mit der Verantwortung für die Bewohner anderer Staaten, deren Leid uns Presse, Funk und Fernsehen tagtäglich präsentieren – und damit meine ich nicht die Probleme von Menschen in überschuldeten EU-Staaten, denen wir schon aus Eigeninteresse helfen müssen? Von Natur aus fühlen psychisch gesunde Menschen – wie auch Menschenaffen und manche andere Tiere13 – unwillkürlich mit, wenn sie andere Menschen oder Tiere leiden sehen, und haben den Impuls zu helfen. Falls es sich um Kinder handelt, greift zudem der natürliche Beschützerinstinkt. Hilfsorganisationen machen sich das zunutze und betteln z. B. gerne mit Fotos unterernährter Kinder um Spenden. Das natürliche Mitgefühl und der Beschützerinstinkt sind sogar so stark, dass sie unsere natürliche Fremdenfurcht14 überwiegen, weshalb Hilfsorganisationen durchaus erfolgreich auch mit Fotos von Farbigen um Spenden bitten können.

Neben unserer angeborenen – und hoffentlich durch das Vorbild z. B. von Eltern und Lehrern verstärkten – Hilfsbereitschaft gibt es jedoch noch zwei weitere Gründe, warum wir Hilfsbedürftigen oder auch "nur" einfach deutlich schlechter als wir lebenden Menschen in fernen Ländern helfen sollten, nämlich erstens die "Gefahr", dass die Armen als Flüchtlinge nach Deutschland zu kommen versuchen, wenn sie in ihrer Heimat keine oder keine befriedigende Lebensperspektive haben, und zweitens unsere Mitverantwortung für das Elend in den Ländern der Dritten Welt. Denn auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein haben mag, als seien wir persönlich völlig unschuldig daran, dass Milliarden von Menschen im Elend leben und tagtäglich tausende Menschen verhungern: Wir sind nicht völlig unschuldig daran.

Denn wir – die Bewohner der Ersten Welt – haben Anteil an und profitieren von einem Weltwirtschaftssystem, das in vielen Ländern der Zweiten und Dritten Welt Hunger produziert.15 Gründe für den Hunger sind z. B. das Leerfischen der Weltmeere, die Zerstörung der einheimischen Landwirtschaft durch Freihandel bzw. durch Billigimporte aus Staaten mit massiv subventionierter Landwirtschaft wie den USA oder den EU-Ländern, die Nutzung von früher der Lebensmittelproduktion für die einheimische Bevölkerung dienenden Flächen für den Anbau von Pflanzen, die für den Export bestimmt sind, z. B. Blumen, Soja, Mais, Zuckerrohr, Bananen, Kakao etc., sowie die Ersetzung weniger ertragreicher, aber robuster und z. B. eine längere Dürre überstehender einheimischer Getreidesorten durch zwar ertragreiche, häufig gentechnisch veränderte, aber weniger robuste und z. B. bei einer längeren Dürre vertrocknende Getreidesorten, außerdem die internationale, die Preise in die Höhe treibende Spekulation mit Grundnahrungsmitteln – die in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt natürlich erst nach der Zerstörung der einheimischen Landwirtschaft und nach der Verdrängung des Anbaus von Lebensmitteln für die einheimische Bevölkerung durch den Anbau von Pflanzen für den Export ihre volle Wirkung entfaltet.16

Man kann sich freilich fragen, ob die Hilfe, die wir aus Mitleid oder Einsicht oder als Folge unseres schlechten Gewissens leisten, effektiv und langfristig wirksam ist. Dass die Hilfsmaßnahmen der Industriestaaten aus durchaus diffizilen Gründen17 häufig scheitern und nicht selten mehr der Wirtschaft der Geberländer und korrupten "Eliten" in den Entwicklungsländern nützen als der dortigen Bevölkerung, ist inzwischen allgemein bekannt. Aber auch bei den zahlreichen privaten, miteinander konkurrierenden Hilfsorganisationen sind Zweifel angebracht, ob die Hilfe langfristig zu Verbesserungen führt.18 Bisweilen, z. B. mit den Altkleidersammlungen, tragen die Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Caritas und Malteser sogar dazu bei, die Wirtschaft der Entwicklungsländer zu schwächen und ganze Branchen zu vernichten, und zwar in diesem Falle die Textilindustrie, denn natürlich kann kein einheimischer Produzent mit in Deutschland gespendeter und in Afrika preiswert verkaufter Ware konkurrieren.19 Vielfach erinnern die Maßnahmen der in Entwicklungsländern tätigen Hilfsorganisationen auch an die Suppenküchen, Kleiderkammern und Tafeln in Deutschland, die zwar sinnvolle Soforthilfe leisten, wo und weil der Sozialstaat Deutschland versagt, aber doch nur die Symptome lindern, ohne die Ursachen zu bekämpfen, und sogar ungewollt Politiker ermutigen, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Letztlich genügt es eben nicht, lediglich wirtschaftliche Zusammenarbeit im Interesse nationaler Unternehmen oder transnationaler Unternehmen mit Sitz in Deutschland zu fördern und kurzfristig mit Almosen auf Katastrophen wie Erdbeben, Dürre, Überschwemmungen etc. zu reagieren, deren negative Auswirkungen man bei rechtzeitiger und hinreichender Vorsorge wesentlich hätte verringern können. Nötig wäre vielmehr ein Rechtsanspruch aller Menschen auf ein Mindestmaß an Schutz vor Gewalt und Willkür, auf Nahrung, Gesundheitsfürsorge, Bildung etc., der sich logisch aus der allgemeinen Gültigkeit der Menschenrechte ergibt und eben nicht nur auf nationaler Ebene, sondern in internationaler Kooperation und auf der Basis von weltweit gültigen Regeln zu verwirklichen wäre. Mit zunehmender Bildung würden dann die Fähigkeit und der Wille, wirtschaftlich und politisch erfolgreich zu agieren, ganz von selbst wachsen.

1 Hier und im Folgenden ist bei der männlichen  Form (Freunde) stets auch die weibliche Form (Freundinnen) mitgemeint, soweit es inhaltlich sinnvoll ist.

2 Vgl. Sie zum Thema Gerechtigkeit z. B. den Text Was ist gerecht?

3 Vgl. Sie zur Erbschaftssteuer und sonstigen Steuern z. B. den Text Vorschläge für ein besseres Steuersystem.

4 Vgl. Sie generell zur Wirtschaftsethik z. B. den Text Gedanken zur Wirtschaftsethik.

5 Vgl. Sie zur Schuldknechtschaft von Staaten, den Folgen und den Profiteuren z. B. den Artikel "Psychoterror: Die Märkte und die Staaten" von Wolfgang Streeck in PSYCHOLOGIE HEUTE, 10/2011.

6 Vgl. Sie zum Existenzminimum z. B. den Text Was braucht der Mensch? Vom steuerfreien Existenzminimum und notwendigen Luxus.

7 Vgl. Sie zum Thema Partnerschaft etc. z. B. den Text Glück in der Liebe / Liebesglück und zum Thema Zufriedenheit allgemein z. B. den Text Zufriedenheit und Glück.

8 Vgl. Sie dazu z. B. den Text Kein Recht auf Faulheit?

9 Vgl. Sie dazu z. B. den letzten Abschnitt "Was soll ich kaufen?" des Textes Gesund und rund? Rank und krank? Tipps für ein gesundes Leben.

10 Vgl. Sie zum Thema Fleischkonsum z. B. den Text Tierhaltung und Tierschutz: Darf man Tiere nutzen und töten?

11 Vgl. Sie dazu z. B. die Filme We Feed the World – Essen global und Das System Wiesenhof – Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet.

12 Vgl. Sie zu den Themen Demokratie, Solidarität und Menschenrechte z. B. die Texte Freiheit statt Solidarität? Welchen Staat wollen wir? sowie Menschenrechte und Demokratie.

13 Vgl. Sie dazu z. B. das Interview "Wir sind aggressiv wie Schimpansen und friedlich wie Bonobos. Ein Gespräch mit Frans de Waal" in PSYCHOLOGIE HEUTE, 8/2011.

14 Vgl. Sie zu den natürlichen Vorzügen und Handikaps des Menschen z. B. die Texte  Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? und Wesenszüge des Menschen.

15 Vgl. Sie dazu z. B. den Weltagrarbericht, den Film Hunger, den Wikipedia-Artikel Welthunger, das Buch "Das Imperium der Schande. Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung" von Jean Ziegler, München 2008 (Taschenbuchausgabe), oder die Artikel und Literaturhinweise auf der Website von Attac.

16 Vgl. Sie zur Spekulation mit Nahrungsmitteln z. B. den Foodwatch-Report Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Lebensmitteln spekulieren, Berlin 2011.

17 Vgl. Sie dazu z. B. den Artikel "Fernsehen ist besser als essen" von Thomas Fischermann in DIE ZEIT 26/2011 vom 22.06.2011 sowie das in dem Artikel besprochene Buch "Poor Economics. A radical rethinking of the way to fight global poverty" von Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo, Cambridge 2011, ferner den Artikel "Was wirklich hilft – Zwei Wirtschaftswissenschaftler mischen die Entwicklungspolitik auf. Sie vergleichen verschiedene Strategien in einem Experiment – und finden Verblüffendes heraus" von Max Rauner in DIE ZEIT 36/2011 vom 01.09.2011 sowie das Interview "Intuition hilft nicht" mit Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo in ZEIT Wissen Nr. 5, August/September 2011.

18 Vgl. Sie dazu z. B. das Buch "Die Mitleidsindustrie. Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen" von Linda Polman, Frankfurt a. M. 2010.

19 Vgl. Sie dazu z. B. den Artikel "Das Kilo für 1,20 Dollar. Das große Geschäft mit den Kleiderspenden aus Deutschland" von Michael Höft in DIE ZEIT 45/2011 vom 03.11.2011 oder die Reportage Die Altkleider-Lüge von Christian Jentzsch und Michael Höft. Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene hat in dem Artikel für alle, die nicht mehr Teil des Geschäftes mit den Spenden sein und dennoch ihre Altkleider nicht einfach wegwerfen wollen, einen Tipp parat: alles gründlich zerschneiden und dann in den Spendensack. So müssten die Firmen recyceln und das Material komme in den Wertstoffkreislauf, nicht in die Dumpingspirale der Exportwirtschaft. Zusatztipp: Einfach nur wirklich notwendige Kleidung kaufen, diese so lange tragen, bis sie wirklich nicht mehr tragbar ist – und sie dann (ruhig unzerschnitten) in die Altkleidercontainer oder Spendensäcke stopfen.
 

Entstehungsjahr: 2011